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Platte des Monats Juni 2016

The Claypool Lennon Delirium - Monolith Of Phobos [ATO]

Quelle: theclaypoollennondelirium.com

Monolith Of Phobos

Was bitteschön soll denn ein "Monolith Of Phobos" sein? Am besten hält man sich gar nicht lange mit der komplexen wissenschaftlichen Antwort auf. Sondern hört einfach das so betitelte Debütalbum von "The Claypool Lennon Delirium" an. Unsere Platte des Monats Juni.

Manchmal passt es einfach. Man lernt sich kennen, versteht sich gut, freundet sich an. Wenn das bei zwei talentierten Musikern passiert, entsteht nicht selten etwas Großartiges. So auch bei Multiinstrumentalist Sean Lennon und Primus-Frontmann Les Claypool. Beide hatten gerade erfolgreiche Tourneen hinter sich und keine Pläne für das Jahr 2016. Da hat Claypool kurzerhand beschlossen, Lennon in sein Gästehaus einzuladen. Über mehrere Wochen haben beide dort zusammen gefeiert, musiziert und Songs geschrieben. Was dabei herauskam kann sich sehen lassen: The Claypool Lennon Delirium mit ihrem Debütalbum Monolith of Phobos.

Wie viel Lennon steckt da drin?

Hört man den Namen Lennon in musikalischem Zusammenhang, steigt natürlich die Erwartungshaltung. Denn Sean Lennon ist kein geringerer als der gemeinsame Sohn von John Lennon und Yoko Ono. Leider konnte er seinen berühmten Vater nie richtig kennenlernen: Sean war zum Zeitpunkt des Lennon-Attentats erst fünf Jahre alt. Die Kreativität seiner Eltern hat er trotzdem geerbt, davon ist auch Les Claypool überzeugt: “Sean is a musical mutant after my own heart. He definitely reflects his genetics - not just the sensibilities of his dad but also the abstract perspective and unique approach of his mother.“

Allerdings wäre es ungerecht, Sean Lennon auf seinen Namen und seine musikalischen Wurzeln zu reduzieren. Schließlich ist er ein talentierter Musiker, der sich seinen Erfolg nicht weniger selbst erarbeitet hat als andere. Da kann so ein berühmter Name oft auch eine Last sein. Er selbst nimmt das Ganze mit Humor: “I told Les that I was Neil Diamond’s nephew. I think that is what really sold him on the idea of working with me.”

Verrückter Psych-Prog-Space-Rock

Wie sieht das jetzt musikalisch aus, wenn der Frontmann der über 30 Jahren alten Band Primus mit einem Multiinstrumentalisten wie Sean Lennon zusammenarbeitet? Es ist schwer in Worte zu fassen, was Monolith Of Phobos über seine Länge von 50 Minuten bietet. The Claypool Lennon Delirium beschränken sich keineswegs auf eine bestimmte Stilrichtung. Eine gehörige Portion Psychedelic Rock ist auf jeden Fall dabei, der gewisse Beatles-Touch ist unverkennbar. Les Claypools teilweise virtuoses Bassspiel zieht sich wie eine pulsierende Welle durch die Platte. Sean Lennon zeigt währenddessen sein unglaubliches Talent - er singt und spielt sowohl Gitarre als auch Schlagzeug, alles in sehr eigenem Stil.

Ein unperfekt-perfektes Album

Dass Claypool und Lennon auf der Platte sehr viel experimentiert haben, steht außer Frage. Ihnen gelingt dabei aber, was nur wenige schaffen: Den Mittelweg zwischen eingängiger und experimenteller Musik zu finden. Das liegt zum einen an der makellosen Produktion des Albums, zum anderen an den musikalischen Fähigkeiten des Duos. Beide tragen ihren individuellen Anteil zu Monolith of Phobos bei, beide bilden ein stimmiges Gesamtbild. Abschließend noch die Auflösung zum außergewöhnlichen Albumtitel: Es handelt sich um einen 65 Meter hohen Fels, der auf dem Mars-Mond Phobos steht und einen sehr großen Schatten auf die Mondoberfläche wirft. Wer den musikalischen Aspekt dieses Phänomens verstehen will, sollte sich aber doch lieber das großartige Debütalbum von The Claypool Lennon Delirium anhören.     

 

"Monolith Of Phobos" von The Claypool Lennon Delirium erscheint am 03. Juni 2016 bei ATO Records.

Platte des Monats

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